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Das 15. Jahrhundert in den Marken

Anfangs des 15. Jh. breitet sich der sogenannte „Weiche Stil“ aus, der im italienischen und europäischen Kunstbereich in den beiden märkischen Meistern Gentile aus Fabriano und Lorenzo Salimbeni aus San Severino Marche zwei wahre Hauptfiguren besitzt. Leider ist “in loco” von den Werken des Meisters aus Fabriano nichts mehr vorhanden.
Sein Einfluss ist aber in den Tafeln und Fresken von Künstlern zu erkennen, die in der zweiten Hälfte des 15. Jh. in diesem Gebiet arbeiteten: denken wir an die beiden Meister aus Staffolo und aus Domo, zwei Künstler, deren Identität noch heute unbekannt ist. Besondere Erwähnung verdient „Antonio da Fabriano”, ein großer Kunstmaler, der in diesem Gebiet Renaissance- und flämische Elemente einführte, wie auf den Tafeln in Genga erkennbar ist.
Die Gotik fand in den Marken einen fruchtbaren Boden und bestand hier länger fort als in den anderen Regionen, daher trifft man hier auf Werke aus dem Anfang des 16. Jh., die genau so gut aus dem 15. Jh. stammen könnten.

Beginnen wir unsere Rundfahrt in Staffolo, von dem der unbekannte Meister seinen Namen hat und wo wir in der Kirche des hl. Egidius ein Polyptychon von ihm vorfinden. Es werden ihm auch andere Gemälde in der Umgebung zugeschrieben, von denen jedoch wenige vor Ort geblieben sind (Gemäldegalerie in Fabriano). 
Kirche „S. Egidio“

Im nahen Cupramontana können wir vor allem in der Kirche "San Sebastiano“ im Ortsteil Poggio Cupro Kunstwerke bewundern, die - obwohl sie noch einen gotischen Stil ausweisen - auf Ende des 15. und Anfang des 16. Jh. zurückzuführen sind. In der Kirche „San Lorenzo“ ist noch ein Armmuskel auf einer Freske und in der Abtei des „Beato Angelo“ eine Leinwand in diesem Stil erhalten. verwahren
Kirche “San Salvatore” in Poggio Cupro

Kirche “San Leonardo”

Kirche “Santa Maria” der Abtei des “Beato Angelo”

Von Cupramontana fahren wir nach Domo, einer Fraktion von Serra San Quirico, auf der rechten Flussseite des Esino, auf einem Hügel gelegen. Seine Kirche “San Paterniano” verwahrt eine kostbare Freskenfolge und ein Triptychon.
Kirche “S. Paterniano“

Und jetzt fahren wir hinunter ins Esinotal und auf der Staatsstraße 76 in Richtung Fabriano nach Cerreto d’Esi. Hier können wir in dem kleinen, in der alten Apotheke Giuli eingerichteten Museum ein Prozessionsbanner von “Antonio da Fabriano” bewundern. 
Kunstsammlung “Antica Farmacia Giuli

Von Cerreto kehren wir auf der gleichen Straße zurück bis zur Abzweigung zu den Tropfsteinhöhlen von Frasassi und fahren durch die gleichnamige Schlucht bis zur Burganlage Genga hoch. Im Museum im Innern der ehemaligen Kirche “San Clemente” befinden sich vier Tafeln aus dem 15. Jh., von denen mindestens zwei von “Antonio da Fabriano” stammen.
Museum für sakrale Kunst “San Clemente

Letzte Station unserer Rundfahrt ist Coldellanoce, eine der Burganlagen von Sassoferrato, in der ein Werk von Matteo da Gualdo zu sehen ist.
Kirche “San Lorenzo” in Coldellanoce